Das Studium in
Freising-Weihenstephan
(TU München-Weihenstephan und
FH Weihenstephan-Triesdorf)


Wer die Fachhochschulreife oder Abitur hat, für den gibt es zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten: zum Diplom-Braumeister, zum Bachelor oder Master oder auch Dr.-Ing.. Mit dem Schwerpunkt Brauwesen betont der "Campus Weihenstephan" mit der Technischen Universität (TUM) und der Fachhochschule (HWST) seine internationale Spitzenstellung auf diesem Gebiet.
Die Kunst des Bierbrauens wird in Weihenstephan schon seit 1865 gelehrt. Geändert haben sich in dieser Zeit vor allem die Märkte: für viele Brauereien ist es heute nicht mehr ausreichend, allein gutes Bier zu brauen. Neben einer starken Internationalisierung spielen Produktinnovationen eine entscheidende Rolle. Daneben ist es auch das Ziel, die Wirtschaftlichkeit nachhaltig zu verbessern. Neben den Produkten selbst spielen auch das Marketing und die Verpackung eine entscheidende Rolle. Am Ende kann aus den gleichen Rohstoffen auch ein ganz neues Produkt entstehen.
Aus der Brautradition ist längst ein technologisch anspruchsvoller und komplexer Bioprozess erwachsen. Es gilt die Wechselwirkungen in diesen Prozessen zu verstehen und zu optimieren, umfassende Kenntnisse in den Natur- und Ingenieurwissenschaften sind erforderlich. Der besonders vielfältige und durch Praktika ergänzte Studiengang schafft es, dieses Grundlagenwissen mit der im Vordergrund stehenden Brautechnologie und Getränkeverfahrenstechnik zu verknüpfen. Daneben sind die Absolventen auch für die Überwachung der Prozesse durch entsprechende Automatisierungstechnik, Untersuchungen im Labor optimal vorbereitet.

  Der Diplom-Braumeister
  Um den Studiengang des Diplom-Braumeisters an der TUM belegen zu können, ist die Fachhochschulreife sowie eine Lehre zum Brauer und Mälzer erforderlich, die auch durch ein 15 Monate dauerndes Praktikum ersetzt werden kann.
Der Beruf des Diplom-Braumeisters beinhaltet traditionell eine starke handwerkliche Komponente. Neben der Vorbereitung auf eine praxisnahe Tätigkeit gilt es, den Studierenden die naturwissenschaftliche Basis für das Verständnis der Brautechnologie zu vermitteln und sie für eine Karriere in der Industrie oder als Selbstständige auch mit Grundlagenwissen in betriebswirtschaftlichen Fächern auszustatten. Die berufliche Praxis und die Brautechnologie stehen von Anfang an im Vordergrund. Die starke Praxisorientierung macht die Absolventen zusammen mit der wissenschaftlichen Ausrichtung des Bachelorstudiengangs zu gefragten Allroundern auf dem Arbeitsmarkt.

Die TU München-Weihenstephan eröffnet den Bewerbern durch das parallele Angebot eines praxisorientierten (Diplom-Braumeister) und eines wissenschaftlich geprägten Erststudiums (Bachelor of Science) die Möglichkeit, bereits zu Beginn je nach ihrer Vorbildung und ihren Zielvorstellungen im Hinblick auf eine spätere Berufstätigkeit zu differenzieren.
Das Studium zum Diplom-Braumeister weist einige Alleinstellungsmerkmale auf. Neben einer weltweit etablierten Marke, die den Absolventen ausgezeichnete Chancen für Stellen in Brauereien und Zulieferbetrieben bietet, können besonders engagierte Studierende innerhalb von zwei zusätzlichen Semestern einen Bachelorabschluss im verwandten Bachelorstudiengang "Brauwesen und Getränketechnologie" nachholen und sich so vielfältige Möglichkeiten der Weiterqualifizierung eröffnen.
Im Vergleich mit dem Hochschulstudiengang "Brauwesen und Getränketechnologie" setzt das Studium des "Diplom-Braumeisters" einen Schwerpunkt auf den berufspraktischen Teil der Ausbildung.

Der Studiengang "Diplom-Braumeister" dauert ohne Brauer und Mälzer-Lehre 7 Semester, mit Lehre 5 Semester, und besteht aus einem 15-monatigen Praktikum in einer Brauerei (eine abgeschlossene Lehre als Brauer und Mälzer ersetzt dieses Praktikum!), einem Grundstudium (2 Semester) und einem Fachstudium (2 Semester) sowie dem Anfertigen einer Diplomarbeit (1 Semester). Das Praktikum ist mit 12 Monaten im ersten und zweiten Semester Bestandteil des Studiums. Von den 15 Monaten können drei Monate vor Studienbeginn oder auch später in der vorlesungsfreien Zeit abgeleistet werden.
Das Grundstudium vermittelt die Grundlagen in den Bereichen Mathematik, Physik und Chemie, Brauereitechnologie, Ingenieurwissenschaften und Betriebswirtschaft. Im Fachstudium werden die fachspezifischen Vorlesungen der Brauerei- und Getränketechnologie angeboten.
  Brauwesen und Getränketechnologie: Bachelor, Master, Promotion
  Absolventen des Studienganges Brauwesen und Getränketechnologie haben eine sehr weitreichende Grund- und Spezialausbildung in den verschiedensten Wissensgebieten. Sie organisieren Abläufe der Produktion und Qualitätssicherung, müssen die Prozesse der Getränkeherstellung verfahrenstechnisch, technologisch, biologisch und biochemisch verstehen und überwachen sowie die allgemeine Betriebstechnik, Abfüll- und Verpackungstechnik beherrschen. Diese Aufgaben gilt es sowohl im laufenden Betrieb als auch in der Planung und Projektierung von neuen Anlagen und Herstellungsverfahren und in der Qualitätskontrolle zu meistern. Sie können in der Brauerei in sämtlichen Abteilungen, darüber hinaus in den verschiedenen mit dem Brauereigewerbe korrespondierenden Wirtschafts- und Industriezweigen tätig sein. Das Berufsbild beinhaltet also den Einsatz in der Brauerei- und Mälzereiproduktion (Aufstieg über Betriebskontrolleur, Assistent des Braumeisters, Brauführer zum Braumeister und technischen Direktor) und in Betrieben der Getränkeindustrie. Es sieht auch Arbeitsmöglichkeiten im Laboratorium (biologische, technologische Betriebskontrolle, wissenschaftlicher Mitarbeiter, Laborvorstand), im technischen Betrieb (Assistent des Betriebsingenieurs, Ingenieur in der Flaschenfüllerei, Leiter der Maschinenabteilung) und schließlich auch in kaufmännischen Bereichen (Direktionsassistent, Mitarbeiter in der Kostenrechnung oder Datenverarbeitung) vor. Dazu kommen Entwicklungsmöglichkeiten in verwandten Industrien, vor allem aber auch in Zulieferbetrieben.
Der Absolvent hat in seiner angestammten Tätigkeit bei einem Getränkehersteller verschiedenste Aufgaben: Einkauf und Beurteilung von Rohstoffen, Organisation der Produktion, Erstellung von Produktions- und Personalplänen, Überwachung und Optimierung von Produktionsprozessen unter technologischen, ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten, Implementieren von Qualitätssicherungssystemen, Projektieren von neuen oder Umbau von bestehenden Produktionsanlagen und Versorgungseinrichtungen, Organisation der Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten, Organisation der Qualitätssicherung und des Qualitätsmanagements, Kontrolle der analytischen und sensorischen Produkteigenschaften sowie Verbesserung bestehender Betriebsabläufe und Entwicklung neuer Getränke.

TU München Weihenstephan (TUM)
Das Bachelor-Studium an der TUM beginnt Mitte Oktober, dauert 6 Semester und erfordert ein Berufspraktikum von insgesamt 12 Wochen (mindestens sechs Wochen davon vor Studienbeginn). In den Semestern 1-4 werden die Grundlagen behandelt, orientierende und hinführende Lehrveranstaltungen geben eine Perspektive auf die nachfolgenden Spezialisierungs- und Vertiefungsfächer. Das Bachelor-Studium endet mit einer wissenschaftlich-experimentellen Bachelor-Arbeit und mit dem Titel Bachelor of Science (B-Sc.).
Dem Bachelor schließt sich direkt ein Master-Studium an. Der Wechsel in einen der fachlich nahestehenden Master-Studiengänge der Studienfakultät ist möglich. Die Studieninhalte sind durch biologisch-physikalische, sowie ingenieurmäßige Grundlagen geprägt, die in einem industriellen Zukunftsfeld hervorragende und stabile Berufschancen eröffnen. Eine abgeschlossene Lehre als Brauer und Mälzer ersetzt das Berufspraktikum für alle Brauerstudiengänge!
Der verliehene Titel ist der und Master of Science (M.Sc.).
Bei Eignung und Neigung kann sich dem Studium sogar noch eine Promotion zum Dr.-Ing. oder Dr. rer. nat. anschließen.

Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT)
Auch an der FH (Hochschule Weihenstephan-Triesdorf HSWT) gibt es ein Studium Brau- und Getränketechnologie. Dieses ist auch als "duales Studium" möglich - also als Hochschulstudium, das optimal mit betrieblicher Praxis kombiniert ist Voraussetzung für dieses praxisnahe Studium mit einem hohen Anteil an Übungen, Praktika, Seminaren und Projekten, das jedes Jahr im Oktober beginnt und in der Regel sieben Semester dauert, ist die fachgebundenen Hochschulreife oder allgemeinen Hochschulreife oder Fachhochschulreife. Ein Teil der Plätze wird freigehalten für qualifizierte Berufstätige: Absolventen und Absolventinnen der Meisterprüfung. Das fünfte Semester ist ein Praxissemester in Betrieben der Brau- und Getränketechnologie, dieses ist auch im Ausland möglich.
Wer mehr Praxiserfahrung sammeln möchte und schon in einem Betrieb fest arbeitet, kann Brau- und Getränketechnologie dual studieren. Nach bestandener Zwischenprüfung bei der Ausbildung zum Brauer und Mälzer (rund 1 Jahr nach Beginn der Ausbildung) beginnt man mit dem Studium an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Der Student geht regulär studieren, arbeitet in den Semesterferien im Ausbildungsbetrieb oder besucht die Berufsschule. Nach der Abschlussprüfung zum Brauer und Mälzer (nach etwa 2 Jahren) wird eine sechswöchige Projektarbeit im Rahmen eines Ingenieurpraktikums abgeleistet. Im weiteren Verlauf sind zusätzliche Praxisphasen im Betrieb nach dem 6. und im 7. Semester im Rahmen der Bachelorarbeit vorgesehen. Der berufsbegleitende Berufsschulunterricht findet in einer eigens dafür eingerichteten Klasse in München statt. Das duale Studium ist geeignet für besonders leistungsmotivierte, zielorientierte Studieninteressenten mit fachgebundener Hochschulreife, Fachhochschulreife, Abitur oder Meisterprüfung (oder der Meisterprüfung gleichgestellter beruflicher Fortbildungsprüfung).
Der international anerkannte Abschluss an der HSWT ist der "Bachelor of Engineering" (B.Eng.). mit national und international sehr guten Berufsperspektiven.
 
 

Einsatzbereiche der Diplom-Braumeister,
Bachelor- und Master-Absolventen

Wer studiert hat und mobil ist, dem stehen beinahe unbegrenzte Möglichkeiten offen. Der Einsatzbereich beschränkt sich dabei längst nicht mehr auf Brauereien, Mälzereien oder Lebensmittelbetriebe, wo sie als Technische Leiter, Laborleiter oder Abteilungsleiter eingesetzt werden. Häufig nehmen diese hochqualifizierten Fachleute sehr gut bezahlte Stellungen von Maschinenbauern, Verfahrenstechnikern und Chemikern, in der Logistik oder dem Controlling ein - in der Getränke-Zulieferindustrie, wie auch in völlig artfremden Branchen.

Trotz dieser außerordentlich guten Chancen für einen Arbeitsplatz zieht es jedoch die meisten Absolventen eines Studiums in die Brauereien. Und gerade bei mittelständischen Betrieben kann der Ingenieur oder Technologe
zeigen, was er wirklich drauf hat: Die Entwicklung neuer Bier-Spezialitäten, das Ausgraben und Umsetzen längst
vergessen geglaubter Rezepte, neue Wege bei der Distribution und dem Marketing, Einsparungspotenziale bei Produktion, Logistik und Vertrieb sind äußerst reizvolle Aufgabenbereiche - zum Wohle des bayerischen Bieres,
zum Genuss der Biertrinker und um dem Brauerei-Mittelstand ein vernünftiges Überleben im Kampf gegen
europäische Biergiganten zu sichern.

   
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